Schnabelstitze

Bei der Schnabelstize handelt es sich um ein historisches Trink- und Giessgefäss, das vor allem im deutschsprachigen Raum seit dem Spätmittelalter verbreitet war. Charakteristisch ist der schnabelförmig ausgezogene Ausguss, der ein gezieltes Ausgiessen ermöglicht. Schnabelstizen wurden sowohl im repräsentativen Kontext als auch im gehobenen Alltagsgebrauch verwendet und häufig aus Zinn gefertigt. Das vorliegende Objekt besitzt einen schlanken, sich zur Mündung hin leicht verjüngenden Leib. Der gewölbte Klappdeckel ist mit einem herzförmig ausgebildeten Schnabel versehen und wird von einem Pinienzapfenknauf bekrönt, einem klassischen Zierelement mit symbolischer Bedeutung für Fruchtbarkeit und Beständigkeit. Am Henkel befindet sich eine Giesserpunze, die auf die handwerkliche Herkunft und Qualitätskontrolle verweist. Der Boden ist mit einer ausgeprägten Bodenrosette gestaltet. Die gesamte Oberfläche der Stize ist glänzend.

Inventarnummer: K-20543
Datierung: 17. Jh., Mitte
Material: Zinn
Technik: Gegossen, punziert.
Gattung: Zinn
Masse: 28.5 cm 1607 g